Parodontitis – Schleichende Gefahr für Ihren Körper

Parodontitis

Die Parodontitis gilt in Deutschland mittlerweile als „unbemerkte Volkskrankheit“. Es wird geschätzt, dass etwa drei Viertel der über 35-Jährigen von einer Parodontitis, im Volksmund auch „Parodontose“ genannt, betroffen sind. In der ersten Phase der Erkrankung bleibt sie meistens unbemerkt, da sie in der Regel schmerzfrei abläuft. Viele Betroffene reagieren somit gar nicht auf die ersten Anzeichen. Erst Alarmsignale wie Zahnfleischbluten, empfindliche Zahnhälse, Schwellungen und Rötungen deuten auf eine Entzündung hin und lassen ein Fortschreiten der Parodontitis erahnen. Im weiteren Verlauf können sich tiefe Zahnfleischtaschen bilden und Zahnbett sowie Kieferknochen angegriffen werden. So ist es möglich, dass sich selbst gesunde Zähne lockern und verloren gehen.

Die Parodontitis ist nach dem 45. Lebensjahr die Hauptursache für Zahnausfall. Darüber hinaus gibt es aber auch zahlreiche relevante Studien, die sich mit dem Einfluss der Parodontitis auf den gesamten Körper befassen. Klar ist, dass man die Parodontitis nicht als eine reine Zahnfleischerkrankung betrachten sollte, sondern diese ebenfalls ein Hinweis auf eine mögliche weitere Erkrankung des Menschen werten kann.

Wechselwirkungen im gesamten Organismus

  • Im Verlauf einer Parodontitis können Bakterien über eine Wunde in der Mundhöhle in die Blutbahn gelangen und Entzündungen an entfernte Stellen im Körper tragen. Mit zunehmendem Alter, eventuellen Vorerkrankungen oder durch verminderte Abwehrkräfte  steigt das Risiko, dass die Zahnfleischentzündung häufiger auftritt oder sich die Entzündung weiter streut.
  • So kommen die Entzündungen bei Diabetes-Patienten etwa dreimal so häufig vor, wie bei Menschen ohne die Zuckerkrankheit. Ein schlecht eingestellter Zucker begünstigt die Parodontitis.
  • Wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass sich eine ausgeprägte Parodontitis negativ auf die Gefäßwände auswirken kann. Es wurde ein bis zu doppelt so hohes Risiko für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße nachgewiesen.
  • Raucher sind ganz besonders anfällig für Parodontitis. Das Nikotin hat einen schädigenden Einfluss auf das Gewebe. So können sich sehr tiefe Zahnfleischtaschen bilden und der Kieferknochen frühzeitig angegriffen werden. Die insgesamt geschwächte Immunabwehr und schlechtere Durchblutung verzögern den Heilungsprozess.
  • Auch erhöhte Risiken für Erkrankungen der Atemwege und sogar Einflüsse auf den Verlauf von Schwangerschaften sind im Zusammenhang mit Parodontitis mittlerweile bekannt.

Bei frühzeitiger Diagnose bestehen gute Heilungschancen

In unserer Zahnarztpraxis behandeln wir eine fortgeschrittene Parodontitis schmerzarm und minimalinvasiv. Dafür bilden wir uns stetig fort. Es gilt: Je früher sie diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Die Zahnfleischerkrankung kann dann in der Regel erfolgreich eingedämmt werden. Sollte sich die Erkrankung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden und keine vollständige Heilung möglich sein, kann das stetige Voranschreiten der Parodontose trotzdem über eine schonende Therapie aufgehalten werden. Letztendlich ist die Parodontitis eine chronische Erkrankung, die eine lebenslange zahnärztliche Betreuung erfordert.

Vorbeugung zu Ihrem Schutz

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung der Parodontitis ist die perfekte Mundhygiene. Wird Zahnbelag nicht regelmäßig und gründlich entfernt, kann er sich zwischen Zahnsubstanz und Zahnfleischrand schieben. Die dadurch gebildeten Zahnfleischtaschen erweitern sich und es können sich Entzündungen entwickeln. Somit ist es wichtig nicht nur die Zähne, sondern auch die Zahnzwischenräume sorgfältig zu reinigen, z.B. mit Zahnseide oder Interdentalbürsten. In unserer Praxis Website beraten wir Sie zur richtigen Zahnputztechnik für Ihre persönliche Mundsituation.

Neben der häuslichen Zahnpflege empfehlen wir Ihnen als wichtigste Prophylaxe die Professionelle Zahnreinigung (PZR) . Mit dieser besonders gründlichen Reinigung durch eine ausgebildete Fachkraft, sollten Sie so früh wie möglich vorbeugend beginnen. Bei der PZR werden auch die Zahnbeläge entfernt, die von Ihnen allein nicht beseitigt werden können – also oberhalb und unterhalb des Zahnfleischrandes. Je nach Gebiss sollte mindestens zweimal im Jahr eine Professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme für die Vorbeugung von Karies und Parodontitis wurde bereits in den 80er Jahren in zahlreichen Studien bewiesen.


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